Die Moral des Strafens

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Sinnhaftigkeit

Wir leben in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Prinzipiell haben wir alle Freiheiten, die man sich vorstellen kann. Damit aber so viele Menschen auf einer solch kleinen Grundfläche zusammenleben können, haben wir uns selber Regeln gegeben.

 

Für den Straßenverkehr gibt es eine ungeheure Vielzahl von zu beachtenden Normen, wobei man vortrefflich streiten kann, ob diese wirklich alle berechtigt oder notwendig sind.

 

Wozu muss beispielsweise auf einer menschenleeren Autobahnbaustelle um 23:00 nachts der Verkehr auf 60 km/h heruntergebremmst werden? Warum wird dort geblitzt und nicht an einem Kindergarten, werktags um 9 Uhr morgens?

Aber auch wenn wir dies außen vorlassen und nur die Strafen an sich betrachten: Vergehen - Sanktion, so einfach ist das. Ist es das wirklich?

Nehmen wir einen Handelsvertreter im Außendienst, Mitte vierzig, Ehemann, zwei Kinder, kleines Häuschen, welches zur Hälfte noch der Bausparkasse und der Bank gehört. Er ist nach getaner Arbeit glücklich endlich nach Hause zu kommen, rollt auf der oben beschriebenen Autobahnbaustelle mit 131 durch und ... es blitzt.

Die Sanktionen nach dem Bußgeldkatalog:
Geldbuße: € 600,-- (zuzüglich ca. € 30,-- Verwaltungsgebühren)
Punkte: 2
Fahrverbot: 3 Monate

Auch wenn wir unterstellen, dass der Führerschein durch die Punkte nicht in Gefahr ist, weil im Flensburger Verkehrszentralregister bei unserem Familienvater nicht so viel eingetragen ist, so muss er doch 3 Monate den Wagen stehen lassen.

Ein Außendienstler drei Monate ohne Auto???

Raten Sie einmal wer seinen Job verliert! Was für ein Desaster. Kein Job bedeutet nämlich auch kein Einkommen, zumal das Arbeitsamt auch noch etwas von "selbst verschuldet" schwafeln und das Arbeitslosengeld kürzen oder vollständig verweigern wird. Findet unser Handelsvertreter nicht ganz schnell eine neue Beschäftigung, wird ihm zudem die Bank auf die Füße treten. Wo das Geld für die Hypothek herkommt ist denen nämlich völlig egal.

Das glauben Sie alles nicht? Na, denn schlagen Sie doch mal die Zeitung auf und lesen das Kapitel "Immobilien - Zwangsversteigerungen".

Zurück zu unserem Fall:
Wenn mich dieser Familienvater beauftragt, erhält er weder Punkte, noch Fahrverbot, verliert weder seine Anstellung, noch rutscht er in ein finanzielles Desaster. Dafür muss er aber deutlich tiefer in die Tasche greifen. Neben den staatlichen Forderungen (hier, in diesem Beispiel € 630,--) muss er mich und ich wiederum meinen Fahrer bezahlen (zusammen hier: € 1.500,--). Das ergibt eine Gesamtsumme von € 2.130,--.

Ist das nicht genug der Strafe für ein einmaliges Versehen, bei dem absolut niemand zu Schaden gekommen ist?

Ich meine schon. Deswegen biete ich meinen Dienst, den Punktehandel Flensburg an.

Natürlich bin ich kein Edelritter, dass behaupte ich auch gar nicht. Für mich ist dieser Punktehandel auch ein Geschäft, mein Broterwerb. Unmoralisch? Vielleicht. Jedoch legal und in solchen Fällen absolut angemessen.

Ich stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat in allen Bereichen meiner Dienstleistungen zur Verfügung. Sollten Sie Fragen haben, so scheuen Sie sich nicht mir eine Mail zu senden. Ich bin gerne für Sie da, von mir erhalten Sie keine vorformulierte Textbausteine, die an Ihrem Anliegen vorbeireden.

Ihr
René Meier